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Der NachBar (Kritik)


Rezension von Jens Fleischhauer

Autor: Rome, Lisa

Helen steckt in einer für sie sexuell unbefriedigenden Ehe fest. Ohne sexuelle Erfahrungen ging sie eine Ehe ein, die von vornherein unter schlechten Vorzeichen stand. Ihr Mann ließ sich von seinen Schwiegereltern einschüchtern, die klar machten, dass Helen immer als eine Dame behandelt werden muss und dass man für die Dinge, die sich für eine Dame nicht gehören, sich eine Geliebte zulegen muss. Dennis, Helens Ehemann, fügte sich und dadurch nahm die eheliche Misere ihren Anfang.
Nicht nur ist Helen sexuell unbefriedigt, sie hatte auch noch nie einen Orgasmus. Unglücklich beschließt sie eines Morgens, in die Natur zu fahren. Beim Spazierengehen stößt sie auf eine Kleingartenanlage und dort auf einen Mann, der ihr sofort gefällt. Ganz offen lädt er sie zu sich in den Garten ein und Helen stellt sehr schnell fest, dass sie sich diesem Mann nicht widersetzen könnte, wenn er sich an sie heranmachen wollte. Genau das tut er dann auch, aber Helen schafft es in letzter Minute mit dem Gedanken, dass sie ja verheiratet ist, doch noch zu entschwinden. Aber nun bekommt sie diesen Mann nicht mehr aus dem Kopf und kurze Zeit später findet sie sich wieder in der Gartenanlage ein.
Mit dem Besuch im Garten beginnt für Helen ein neues Sexleben. Alle Erfahrungen, die sie bisher nicht gemacht hatte, holt sie nun in kürzester Zeit nach und überwindet dabei viele Hürden, die sie vorher für unüberwindbar gehalten hat. Doch es ist klar, dass es nur eine Affäre auf Zeit ist, denn der Mann aus dem Garten muss bald zurück nach Australien. Doch vorher soll er ihr noch eines zeigen – was sie tun kann, um sexuell erfüllt zu sein, wenn er nicht mehr da ist.

„Der NachBar“ ist ein erotischer Roman, wie man ihn sich vorstellt. Eine junge unerfahrene Frau trifft auf einen fremden Mann, der sie in die Geheimnisse des Geschlechtsverkehrs einführt. Die vorher sehr prüde Frau verliert dabei nach und nach ihre Scham und lernt nebenbei die Geheimnisse der weiblichen Lust kennen. Überraschend ist der Handlungsverlauf nicht, der zwischen zwei miteinander verbundenen Strängen pendelt. Auf der einen Seite geht es um Helens Leben, das gefangen ist in einer prüden Ehe, die zudem von Helens Eltern dominiert wird. Auf der anderen Seite gibt es den sexuell erfahrenen Australier, der Helen in ein neues Sexleben führt. Beides zusammen spiegelt den Konflikt, in dem Helen steckt. Am Ende löst sich dieser Konflikt überraschend schnell auf, fast schon zu schnell.
Der Fokus des Romans liegt sicher nicht auf der erzählerischen Ebene, sondern in der Darstellung pornografischer Inhalte. Dies wird durch sprachlich eindeutige Ausdrücke vorgenommen, die bisweilen aber auch zum Schmunzeln führen. Der Handlungsverlauf ist sehr vorhersehbar, aber man muss sich fragen, ob erotische Literatur überhaupt zum Ziel hat, durch eine überzeugende Geschichte den Leser zu fesseln oder ob die Handlungsstrang nur als Alibi für die Darstellung von Sex dient. Wem es um einen Porno in Buchform geht, der wird mit dem vorliegenden Buch sicherlich das finden, was er sucht. Wer dagegen doch mehr Wert auf einen echten Handlungsstrang legt, der mehr als nur Alibifunktion hat, wird bei der Lektüre des Buchs enttäuscht werden. Einzig der Titel wirft Fragen auf, denn ich kann ihn mit dem Buchinhalt nicht in Einklang bringen. Entweder ist „NachBar“ ein Wortspiel, das ich nicht verstehe, oder der Titel ist schlichtweg nicht mit dem Inhalt verbunden, denn ein Nachbar spielt keine Rolle im Buch. Sei es wie es sei, insgesamt ist es ein Buch, das sich sehr flüssig und schnell lesen lässt, bei dem der Leser keine größere Konzentration aufbringen muss und das nicht enttäuscht, wenn man die gängigen Klischees für erotische Literatur als Bemessungsgrundlage anlegt.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Erotik:

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Infos:

Autor:

Rome, Lisa

Verlag:

blue panther books

Erschienen:

01.08.2011

Kritiker:

Jens Fleischhauer

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

9783862771905

Seiten:

192

Preis:

9,90 €

Typ:

Taschenbuch